Das musste ja irgendwann kommen: zuerst limitierte sich unsere Kommunikation auf 160 Zeichen in einer SMS, dann kam Twitter mit seinen 140 Zeichen. Jetzt wollen zwei Jungs uns die Welt in eben diesen 140 Zeichen erklären. Frei nach dem Motto: Man nehme eine Prise Twitter und rühre diese mit einem Teelöffel Wikipedia zusammen. Und schon hat man das, wonach die Welt heutzutage schreit: kleine, leicht verdauliche und nicht zu komplizierte Wissenshäppchen.

In einer Pressemitteilung von Twick.it heißt es zum Konzept des Micro-Wikipedias:

Twick.it ist eine Web 2.0-Enzyklopädie von allen für alle. Zu jedem Thema wollen wir eine möglichst kurze und verständliche Erklärung liefern. Angemeldete Nutzer können diese Erklärungen bewerten, eigene erstellen, neue Themen anlegen und Missbrauch melden. Das Ganze ist so leicht und schnell, wie eine SMS zu schreiben.

“Durch die Vielzahl der Kurzerklärungen soll innerhalb kurzer Zeit eine umfassende Volks-Enzyklopädie entstehen, die den aktuellen Zeitgeist widerspiegelt. Wichtiger Unterschied zu Wikipedia: Der Inhalt der Erklärung kann nicht von anderen Nutzern editiert werden. Wenn die Erklärung nach einem Jahr keine positive Bewertung enthalten hat, wird sie automatisch aus der Datenbank gelöscht. So sollen unnötige Streitereien über Relevanz und Qualität vermieden werden”, heißt es in der Mitteilung weiter.

Natürlich bleibt bei 140 Zeichen einiges auf der Strecke, so findet sich zum Begriff Jesus beispielsweise folgende Erklärung:

Jüdischer Reformprediger, wurde von seinen Anhängern als der verheißene Messias (Christus) verehrt. Daraus entwickelte sich das Christentum.

Ob dieser Satz Jesus gerecht wird, muss jeder für sich selbst entscheiden. Einige würden wohl sagen, dass diese Information als Kernaussage völlig ausreicht. Einem gläubigen Christen würde die Definition wohl zu wenig sein, allerdings kann man davon ausgehen, dass ihm auch der Wikipedia-Eintrag nicht ausführlich genug wäre.

Spannend an der ganzen Geschichte ist aber folgendes: Gerade für mobile Endgeräte sind kurze, prägnante Aussagen sinnvoller, da man auf seinem Smartphone nicht immer einen ganzen Wikipedia-Artikel lesen möchte. Falls man doch mehr Informationen haben möchte, ist unter jedem “Twick” der Link zum Wikipedia-Artikel (das war nur in dem von beschriebenen Beispiel so) angegeben.  die Möglichkeit gegeben, einen weiterführenden Link zu posten (Danke an Markus, für den Kommentar). Twick.it hat aber, egal was man davon hält, dass der Trend immer mehr zur Definition in 140-Zeichen-Länge geht, das Potenzial sich neben Wikipedia als SMS-Enzyklopädie zu etablieren. Und das gerade aus dem Grund, dass man die Beiträge nicht gemeinschaftlich bearbeiten kann, sondern nur mit einem “Daumen hoch” oder “Daumen runter” bewerten kann. Denn auch da geht der Trend hin: einer schreibt und andere bewerten. Die Plattform analysiert und gibt die beste Lösung für alle aus.

via handelsblatt.de

4 Kommentare to “Twitter und Wikipedia im Mixer: heraus kommt Twick.it”

  • Hallo Sebastian,

    vielen Dank für den Beitrag über die Erklärmaschine. Eine klitzekleine Anmerkung habe ich aber noch: Der Link für weiterführende Informationen zu einem Twick geht nicht zwangsläufig auf Wikipedia. Hier sind Links zu beliebigen Seiten möglich. Beliebte Zeile sind auch YouTube, die Google Bildersuche oder private Blogs. Hauptsache, sie beschreiben das Thema ausführlicher und sind aus Sicht des Autors der beste Link zum Thema.

    Viele Grüße nach Dortmund
    Markus

    • Ist mir dann auch aufgefallen, als ich ein paar andere Twicks durchforstet habe… Im Moment schreibe ich fleißig.

  • [...] Social Media Moped: Twitter und Wikipedia im Mixer [...]

  • Hi John-Sebastian,
    Anfang der Woche hat Twick.it neue Community-Funktionen vorgestellt. http://twick.it/blog/de/neue-community-funktionen/ Freuen uns über Feedback.
    Gruß Sean

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